Websites von Künstlern – Merlin Zuni
Die
Website des in Zürich lebenden amerikanischen Künstlers
Merlin Zuni ordnet sich kompromisslos dem Design unter. Und dieses Design entspringt dem Geist seiner aktuellen Bilderserie. Wenn die nächste Bilderserie veröffentlicht wird, müsste der Künstler also konsequenterweise auch die Website komplett neu gestalten.
Bild von Merlin Zunis Website
Eine sehr ansprechende, in sich stimmige Website. Die strikte Priorität des Designs hat eine Schattenseite: Die Navigation leidet darunter; ihre Logik ist nicht immer ganz nachvollziehbar. Da sich aber die Inhalte der Website nur auf das unbedingt Notwendige beschränken, findet sich der Besucher nach einigen Klicks trotzdem zurecht.
> Die Website
> Früherer Beitrag über Merlin ZuniWebsites von Künstlern – Miranda July
Der Einstieg zu
Miranda Julys Website scheint auf den ersten Blick sehr zurückhaltend, ja restriktiv; auf den zweiten Blick aber offenbart sich eine an dieser Stelle ungewohnte Interaktivität: Der Gast darf durch ein fingiertes Login die Künstlerin gleich selbst definieren. Sie attestiert ihm daraufhin, dass er sie durchschaut.
Ich habe mich mit dem Werk von Miranda July nicht intensiv auseinandergesetzt. Aber ihr Film „Me and You and Everyone We Know“ – ohne Übertreibung einer der stärksten Filme, die ich jemals gesehen habe – offenbart durch seine autobiographisch geprägte Protagonistin Einiges über die Performerin, Filmemacherin und Autorin Miranda July. So wie ich mir ihren Charakter vorstelle, so kommt ihre
Website daher: Konsequent inkonsequent; wie ihr Lächeln gleichzeitig kühl und liebenswürdig irritierend.
Nein, eine übersichtliche Website ist es nicht. Aber eine Oase fürs Auge und spannend zu entdecken allemal. Beispielsweise die
Werbung für ihr Buch, ein absolutes Must-Read.
Zum Mini-Jubiläum eine Künstler-Website: Anastasia Katsidis
Heute feiert
unkultur ein Mini-Jubiläum: Auf den Tag genau sechs Monate ist sie in der Online-Welt. Ich hatte mir vorgenommen, in diesem Blog
anmassend zu sein – oh ja, das habe ich reichlich getan. Ich hatte viel Spass, auch das ist wichtig. Ein paar Leute haben meine Einträge gelesen; einige darunter haben gelacht, einige haben sich enerviert. Was will ich mehr? Fazit: Ich werde weiterbloggen, sofern nicht jemand 100'000 Unterschriften sammelt von Leuten, die den
unkultur-Blog abschaffen möchten.
Objekt von Anastasia Katsidis, Teppich, Fahrrad-Kindersitze, 43x200 cm
Heute habe ich auf der Künstler- und Ausstellungs-Plattform
Likeyou.com nach guten Künstler-Websites gesucht und bin fündig geworden: Da haben wir beispielsweise die Website von
Anastasia Katsidis. Mit Witz und trotzdem schnörkellos präsentiert sie ihre Objekte und Projekte, die einem originellen Geist zu entstammen scheinen. Dass die meisten Inhalte in Pop-up-Fenstern erscheinen, mag je nach Geschmack nicht gefallen – mich stört’s nicht. Der einzige Schwachpunkt: Das Wichtigste, nämlich
News / Aktuelle Ausstellungen, entdeckt man nur per Zufall, wenn überhaupt.
Websites von Künstlern – treuka
Wenn wir schon bei treuka sind, dann möchte ich noch auf ihre
Website hinweisen: Eine wunderbar stimmig durchdesignte und doch verspielte Angelegenheit!
Nur eins ist schade: Wenn man auf der Einstiegsseite einen den drei erkennbaren Navigationslinks anklickt, könnte man glatt übersehen, dass sich auch auf „
Gemeinschaftsarbeiten“ klicken lässt, und dass sich hier das eigentliche Herzstück der Site befindet. Was ebenfalls gerne übersehen wird: Der Teil "Aktuelle Ausstellungen" ganz zuunterst, wo man nur per Zufall hinscrollt. Da würde besser ein weiterer Link in die Navigation integriert und dafür die Einstiegsseite schlank gehalten.
Unbedingt anklicken: Die Seite „
Membership“. Herrlich; daran könnte sich so mancher Kulturanbieter ein Beispiel nehmen.
Die Serie um die Künstler-Websites ist ins Stocken geraten
… denn es ist nicht so einfach, gute Künstler-Websites zu finden. Ich bin froh um Tipps von der Leserschaft!
Beispiele, wie Websites von Künstlern
nicht aussehen sollten, findet man traurigerweise zuhauf auf
swissart.net.
Auch bei Plattformen wie
artspan ist nicht viel Spannendes zu entdecken. Wenigstens bietet artspan den Künstlern für die Erstellung ihres Profils ein vorgegebenes Seitenlayout, das demjenigen von Blogspot ähnlich sieht. Dort kann man nicht allzu viel falsch machen; die Seiten, die so erstellt wurden, sind meist akzeptabel, wenn auch langweilig.
Neulich bin ich übrigens auf eine
Website über Yoko Ono gestossen, die mir sehr gefällt. Ich kann sie allerdings nicht in meine Serie aufnehmen, denn erstens ist es eine unautorisierte Website, und zweitens möchte ich nicht über Künstler mit Weltstar-Status schreiben. Nur soviel: Die Biographie ist sorgfältig und unparteiisch verfasst; das Design der Site ist schlicht und stilvoll. Die Fülle an Informationen überwältigt einen – aber bei einer Künstlerin mit einem solch grossen Lebenswerk ist die Fülle wohl unausweichlich.
Websites von Künstlern – Angie Seah
Aufforderung zum lustvollen, unkoordinierten Stöbern
Fast in allem das Gegenteil der Website von Marisol Rendón ist die Website der Zeichnerin und Performerin
Angie Seah aus Singapore, die ich heute vorstelle. Auf ihre ganz eigene Art spricht sie mich genauso an.
Zeichnungen aus dem Jahr 2007, geliehen von Angie Seahs Website
Während jene auf elegantem Schwarz basiert, enthält diese hauptsächlich Weissräume.
Während jene unprätentiös-raffiniert ist, ist diese schlicht.
Wo jene aber streng ist, fällt diese durch ihre Verspieltheit auf. (Schaut Euch beispielsweise mal das Video „
finger linger“ an.)
Jene untermalt ihre Installationen mit der Stimme aus dem Off; diese vermittelt uns ihre Bilder durch gekritzelte handschriftliche Legenden.
Jene wurde mit aufwändigem Flash programmiert; diese verwendet ein simples kostenloses CMS.
Jene achtet auf Übersichtlichkeit im Text; diese erlaubt sich auch mal, uns mit Texten und Bildern zu überschwemmen. Sie fordert uns durch ihre Struktur gewissermassen zum unkoordinierten Stöbern und Entdecken auf.
Die grösste Stärke von Angie Seahs Website ist zugleich ihr einziger Schwachpunkt: die Benutzerführung. In der Navigation sollte man die langen aufklappenden Submenüs wieder zuklappen können. Und die „Next“-Links zuunterst auf jeder Seite, die uns von Seite zu Seite springen lassen, verwirren mich eher, als dass sie mir einen Nutzen bieten: Ich bin mir nicht sicher, ob sie evtl. zu Seiten führen, die via Navigation nicht erreichbar sind.
„a crazy woman in the normal world“ – diese Worte stehen irgendwo auf der Website. Es ist die Art von Verrücktheit, die uns gut tut.
Websites von Künstlern – Marisol Rendón
In einem Anfall von Selbstreflexion bin ich zum Schluss gekommen, dass
unkultur in letzter Zeit etwas viel kritisierte, nörgelte und immer auf das Negative fokussierte.
Deshalb habe ich mich heute entschlossen, die zahlreichen suboptimalen Künstler-Sites im Web unerwähnt zu lassen und stattdessen unter den vielen
gut gemachten Websites ein besonders schönes Beispiel herauszupicken:
Es ist die Website von
Marisol Rendón, einer jungen, aber bereits anerkannten kolumbianischen Installationskünstlerin.
Marisol Rendón: Paisaje. 2000. Fotoimpresión digital sobre papel.
Die Website hat etwas sehr Pures und Minimalistisches: Sie führt ausschliesslich das Notwendige und Gewünschte auf (eine seltene Qualität bei Websites!). Die Navigation ist einfach und benutzerfreundlich. Einzig auf die permanenten lauten Klickgeräusche – eine überflüssige Flash-Spielerei – würden wir gerne verzichten. Die Bildqualität ist nicht perfekt, doch die Fotos vermitteln einen übersichtlichen Einblick in ihr Werk.
Bei modernen Installationen ist es oft hilfreich zu erfahren, was sich der Künstler dabei gedacht hat. Marisol Rendón erzählt uns bei jeder Installation die entsprechende Hintergrundgeschichte. Ihre sanfte, kühle Stimme mit dem markanten Akzent aus dem Off passt zum visuellen Eindruck der Installationen, so wie sich auch ihr künstlerisches Statement und ihre Biographie mühelos in den Gesamteindruck der Website einfügen.
Zu sehen sind ihre Installationen übrigens ab 9. August in der
Galerie b-146 im Hürlimann-Areal.
Dies könnte der Anfang einer kleinen Serie sein, in der ich weitere Websites von Künstlern vorstelle.