2009-03-27

Heute gehört am m4music

Von unkultur @ 20:16 [ Musik ]
Heute gehört am m4music anlässlich einer Podiumsdiskussion, die Worte eines Bookers (sinngemäss wiedergegeben):
„Die jungen Musiker sollen nicht meinen, sie könnten Geld verlangen für ihre Auftritte. Es ist wie bei Fussballspielern: Den eigenen Marktwert muss man sich zuerst erarbeiten. Am Anfang spielt man in einer unteren Liga; als Schweizer sowieso. Die Musiker müssen sich bewusst sein, dass die Musik für sie wahrscheinlich ein Hobby bleiben wird.“

Einmalige Aktion für alle Kulturfreunde

Von unkultur @ 19:57 [ Dada (im Alltag) ]
Liebe Kulturfreunde,

Alle, die bis zum 31. März Philipp Meier von ihrer Facebook-Freundesliste entfernen, erhalten von unkultur CHF 28.-* sowie eine Jahresfreundschaft mit Betty Bossi (!) und Arnold von Winkelried (!!!). Eine sensationelle Aktion – profitieren Sie!

Hochachtungsvoll,
unkultur


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*unkultur ist ein virtuller Charakter; daher virtuelle CHF, versteht sich.

2009-03-21

Ich habe auch Migrationshintergrund!

Von unkultur @ 13:31 [ In eigener Sache ]
Als Schweizerin mit Binnenmigrationshintergrund protestiere ich heftig dagegen, dass man mich als Schweizerin OHNE Migrationshintergrund klassiert. Ja, ich fühle mich diskriminiert!

Um das ein für alle Mal klarzustellen: Mein Vater ist aus dem Misox nach Zürich migriert, meine Mutter aus Boncourt im Kanton Jura (entgegengesetzter könnten die Herkunftsorte kaum sein), und gemeinsam haben sie den Vorurteilen getrotzt, denen sie als Fremde hier ausgesetzt waren. Selbst wenn sie bloss aus Schlieren bzw. Uster immigriert wären, würden diese wenigen exotischen Orte die Tatsache ändern, dass sie immigriert sind? Ohne ihre Immigration würde es mich nicht geben!

Deshalb, liebe Schweizerinnen und Schweizer mit Binnenmigrationshintergrund, wehrt Euch! Lasst nicht zu, dass Euer Migrationshintergrund totgeschwiegen wird!

2009-03-20

Glibbrige Seelen und bekiffte Slampoeten

Von unkultur @ 19:13 [ Standortvorteil ]
Die Spatzen pfeifen es von den Dächern, und dann kommt noch unkultur wie der hinterletzte Spatz und erzählt, dass es in der St. Pauli Bar lustig ist. Präzisierung: Vielleicht ist es dort nicht generell lustig, aber gestern Abend an der Spoken Word Night, wo endlich wieder mal der umwerfende Jens Nielsen auftrat, dessen grösster Fan unkultur ist, und von dem in Kürze ein Buch im Verlag „Der gesunde Menschenversand“ erscheinen wird, das man unbedingt kaufen sollte, war es lustig. *lufthol* Es las auch Gion Mathias Cavelty, der bekanntlich soeben ein Buch herausgegeben hat und in den nächsten Tagen Vater wird; Cavelty erzählte von glibbrigen Seelen und heiligen Delphinen und Folterpraktiken, während sich im Hintergrund die „Human Jukebox“, die in Wirklichkeit ein bärtiger Opernsänger war, auf ihren nächsten Auftritt vorbereitete, anlässlich dessen sich unkultur später einen Song wünschen sollte, für dessen Auswahl sie sich noch später schämen sollte, weil die monotone Melodie nun wirklich keine Herausforderung für einen Opernsänger darstellte. *viel lufthol* Es gab da auch amüsante Leute an der Bar, darunter einen bekifften grössenwahnsinnigen Slammer, der für unkultur einen Slam improvisierte, aber da war es schon spät und unkultur bereits mit einem Bein auf ihrem langen Nachhauseweg der Langstrasse entlang.

2009-03-07

Fast so wichtig wie die Pinguine

Von unkultur @ 20:03 [ Erdungsgarnitur ]
unkultur ist übrigens gegen den „Tag der Frau“ – sie fühlt sich dadurch herabgewürdigt. Alle möglichen Krankheiten, Ereignisse, Tierarten und Minderheiten haben ihren Tag, und dann kriegt die Frau, die gut 50% der Weltbevölkerung ausmacht, auch noch einen? Nein danke!

Wenn unkultur jetzt z.B. ein Pinguin wäre, und es gäbe einen Tag des Pinguins (gibt es garantiert), dann wäre sie darüber keineswegs beleidigt; im Gegenteil: Sie wüsste, dass weit mehr als 365 Tierarten existieren, und würde sich darüber freuen, dass einer dieser Tage ihr allein gewidmet ist. Wie unkulturs werte Leser Nr. 1 und Nr. 2 wissen, ist sie allerdings kein Pinguin.

Einfach, um das mal festzuhalten. Wie auch immer, heute begegnete unkultur im Tram einer Gruppe von Männern, die offenbar zu einer Demo unterwegs waren. Sie trugen Transparente mit feministischen Aufschriften. Ziemlich schüchtern standen sie mit ihren Botschaften herum.

Eigentlich nett, dass sie sich für die Rechte der Frauen einsetzen. Schliesslich fühlt sich unkultur manchmal auch verpflichtet, sich für die Rechte einer Bevölkerungsgruppe einzusetzen, zu der sie gar nicht gehört. Aus Solidarität und Gerechtigkeitssinn und so.

unkultur nahm also die umstehenden Demonstranten unter die Lupe; einer, der ganz nah stand, trug ein Schild mit der Aufschrift: „Der weibliche Körper ist kein Objekt!“. Ganz vernünftige Aussage. Aber plötzlich schlich sich ein hinterhältiger Hintergedanke in den Hinterkopf von unkultur: Ob wohl dieser Mann noch nie einen weiblichen Körper als Objekt betrachtet hat?

Okay, die Männer können sich gern für die Rechte der Frau einsetzen, aber gern etwas abstrakter. Und vielleicht mal an einem anderen Tag: Beispielsweise ganz spontan am Tag des Pinguins.

2009-03-04

Die gefährliche Kultur der Selbstaufopferung (Die vierte Runde der Debatte)

Von unkultur @ 20:39 [ Kluturbanause ]
kultur pur: Liebe unkultur, wir hatten jetzt schon drei Gespräche, und noch immer ist mir nicht klar, was Du mir sagen willst.

unkultur: Dann lass mich nochmals zusammenfassen. Menschen, die in der Kulturbranche arbeiten, tendieren dazu, sich zu sehr mit ihrem Arbeitgeber zu identifizieren. Ein solches Klima fördert eine unprofessionelle Arbeitsweise. Arbeitnehmer im Umfeld von Kunst und Kultur nehmen sich und ihre Arbeit als etwas „Besonderes“ wahr. Dabei stecken sie gewissermassen in einer zerstörerischen Liebesbeziehung mit ihrem Arbeitgeber.

kultur pur: Und was resultiert aus all dem?

unkultur: Aus all diesen Faktoren entsteht eine gefährliche Kultur der Selbstaufopferung.

kultur pur: Was meinst Du denn mit „Kultur der Selbstaufopferung“?

unkultur: Beobachte mal das Verhalten von Dir und Deinen Arbeitskollegen. Es gibt mehrere Symptome. Erstens: Die Arbeitnehmer stecken immer mehr persönliche Substanz in ihre Arbeit – sie beginnen, ihre Ressourcen aufzubrauchen, die sie dringend für die Regeneration in der Freizeit benötigten.

kultur pur: Geht’s auch mit weniger komplizierten Formulierungen?

unkultur: Ich versuch’s. Zweitens: Je mehr Opfer jemand bringt, desto überlegener fühlt er sich gegenüber den anderen im gleichen Umfeld, desto mehr latenten Vorwurf spüren diese im Verhalten des „sich Aufopfernden“; desto mehr versuchen sie, ihn zu übertrumpfen, undsoweiter. Ein Teufelskreis, siehst Du?

kultur pur: Ich verstehe nur Bahnhof.

unkultur: Drittens: Dieses Klima wird gefördert, indem selbstaufopferndes Verhalten für selbstverständlich genommen, rational-organisiertes Verhalten hingegen eher argwöhnisch betrachtet wird. Denn letzteres könnte Schwachpunkte im System und bei den verantwortlichen Personen entlarven.

kultur pur: Du hast zu viele Psychologiebücher gelesen, unkultur.

unkultur: Ich habe überhaupt keine Psychologiebücher gelesen. Ich habe nur beobachtet. Und Du, liebe kultur pur, stellst Dich bloss dumm. Du verstehst genau, wovon ich rede, willst es aber nicht wahrhaben. Deshalb erkläre ich unser Gespräch für beendet.

kultur pur: Aber...


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> Erste Runde: „Bitotop der Unprofessionalität“, 12.8.08
> Zweite Runde: "Arbeitsbeziehung, nicht Liebesbeziehung", 4.10.08
> Dritte Runde: "Illusionen", 2.12.08