2008-08-28

unkultur Looked at Her and That’s All she Saw

Von unkultur @ 23:13 [ Kluturbanause ]
unkultur ist ein Kluturbanause. Da hat sie doch am Theater Spektakel „They Look at me and That’s All They Think“ und „Plasticization“ von Nelisiwe Xaba gesehen. unkultur war müde und wollte einfach nur geniessen. Sicherlich waren da jede Menge Gesellschaftskritik und Kritik an der westlichen Welt und Kritik an den Männern (das spürte selbst der Kluturbanause), aber unkultur sah vor allem eine überwältigende, beklemmende, mitreissende Schönheit in den Bildern, die Nelisiwe Xaba auf der Bühne entfaltete. unkultur liess ausschliesslich die visuellen Eindrücke zu; Gedanken und Interpretationen stiess sie weit von sich. Und das tat gut.


Bild geliehen von der Website des Theater Spektakels

P.S. Ach ja, dann gab's da auch noch Bühler vs Kaufmann (bzw. Guy Krneta vs Pedro Lenz) im Turm. Trotz der luftigen Höhe deutlich bodenständiger, dafür exzellentes Lachmuskeltraining.


> unkultur berichtet vom Theater Spektakel - Pennerkultur um Mondoskop

2008-08-26

unkultur ist vor Stolz platzende Besitzerin...

Von unkultur @ 00:01 [ Dada (im Alltag) ]
... eines authentischen, poetischen und sogar noch praktischen Kunstwerks! Für den Liebhaberpreis von 55.55 CHF erworben, steht das Stück an der Quellenstrasse und ist gut sichtbar für alle mit einem roten Punkt als Eigentum von unkultur markiert.

Ich stelle vor: Die Altglassammelstelle an der Quellenstrasse.




Quelle: alles-ist-kunst.ch.

Es war schon immer unkulturs heimlicher Traum, eines Tages eine Altglassammelstelle zu besitzen. Gibt es ein idealeres Kunstwerk? Es spricht nicht nur die Augen, sondern alle Sinne an. Jeder kann sich an dem Kunstwerk beteiligen; es fasst sozusagen die zersplitterten Aggressionen der Besucher in seinem unendlichen Bauch. unkultur pur!

Kaufen kann man ein solches Kunstwerk hier, und vergesst nicht, richtig abzustimmen! Ja zum Cabaret Voltaire, Ja zu Dada.


Screenshot von alles-ist-kunst.ch.

2008-08-22

Online-Werbung denkt nicht

Von unkultur @ 16:45 [ The Web ]


Screenshot von tagesanzeiger.ch

SWISS wird sich freuen ;-)

2008-08-20

Pennerkultur im Mondoskop

Von unkultur @ 23:38 [ Dada (im Alltag) ]
Das Drama auf der Seebühne wurde gestern durch das Drama der Natur – sintflutartige Regengüsse – verhindert. Heute dafür ein ganz schüchterner, undramatischer Gang aufs TheaterSpektakel-Gelände. Die Wolken schienen sich zu beherrschen. unkultur musste sie natürlich herausfordern und erkletterte den Turm.

Auf dem Turm gibt es unter anderem ein Atelier für Zufallsforschung, und da gibt es diese Mondoskope zu bestaunen. Ja, wirklich zu bestaunen; das ist keine von unkulturs üblichen Worthülsen. Irgendein mit übermenschlicher Geduld begabtes Wesen hat da die unglaublichsten (bewegten!) Szenerien in Metallkästen zusammengebastelt; jede einzelne nimmt weniger Platz ein als das Innere eines Fernsehers, hat aber unvergleichlich mehr Substanz.

Zum Beispiel das Mondoskop Nr. 7: Da rattert, blinkt und hupt eine ausgewachsene Grossstadt vor meinen Augen, nicht ohne eine gewisse Melancholie allerdings. Dann erzählt eine Stimme auf Berndeutsch über die wahre Pennerkultur; die einzige Kultur, die sich heute in Wahrheit noch durchsetzen könne (Text: Pedro Lenz). Gemeint ist damit aber nicht etwa die Kultur unserer etwas weniger gekämmten und gestylten Zeitgenossen, die uns täglich um „Münz“ angehen – nein, gemeint ist....... Um das herauszufinden, müsst Ihr selbst in den Kasten schauen. Nicht vergessen: Ein paar Einfränkler, um den Kasten zu füttern.

2008-08-18

unkultur war untreu und inkonsequent

Von unkultur @ 23:58 [ Erdungsgarnitur ]
Ja, unkultur hat sich vergangenes Wochenende von der (Un)Kultur abgewandt, zugunsten der Natur. Sie hat sogar, und das ist der Gipfel der Inkonsequenz, Kultur auf dem Land besucht. Jetzt aber ist unkultur reumütig zurück in den (un)kulturellen Jagdgründen. Was wird sie wohl als Nächstes wittern?

2008-08-12

Nur nicht zu sehr zusammenschweissen

Von unkultur @ 20:25 [ Erdungsgarnitur ]
kultur pur: Ich habe schon wieder bis Mitternacht gearbeitet gestern.

unkultur: Ich auch.

kultur pur: Aber weisst Du, das ist doch selbstverständlich. Dieser Job, das ist viel mehr als nur ein Job, das ist Leidenschaft. Die Kulturszene bietet mir ein Zuhause.

unkultur: Ich sehe das ganz anders. Wenn ich einen Job habe, dann ist das mein Projekt, und dann lege ich meinen ganzen Ehrgeiz da rein – egal, ob ich nun bei einer Grossbank oder in einer kleinen Kulturinstitution arbeite. Es kann auch ein privates Projekt sein.

kultur pur: Aber Du kannst Dich doch nicht identifizieren mit einer Grossbank!

unkultur: Muss ich gar nicht. Wenn man sich zu sehr identifiziert mit seinem Arbeitgeber, jegliche Distanz aufgibt, dann hat das letztlich negative Auswirkungen. Gerade auch in der Kulturbranche. Die Kulturbranche krankt an diesem Problem, davon bin ich überzeugt.

kultur pur: Was ist denn so schlecht daran, sich mit seinem Arbeitgeber zu identifizieren?

unkultur: Grundsätzlich nichts. Aber Extreme sind nie gesund. Zu grosse Zuneigung und das Gefühl des extremen Zusammengeschweisst-Seins können dazu führen, dass unprofessionelles Verhalten übersehen wird; ja dass sogar ein Bitotop der Unprofessionalität entsteht.

kultur pur: „Bitotop der Unprofessionalität“, das klingt unappetitlich... Also ehrlich gesagt, unkultur, du siehst das viel zu negativ. Deine Sichtweise hat so etwas Seelenloses...

unkultur: Kann sein. Jedenfalls bin ich bis jetzt gut gefahren damit.

kultur pur: Aber sag mal... Wenn ich von Dir jeweils den neusten Klatsch und Tratsch von Deinem Arbeitsort hören will, dann schweigst Du. Warum denn bloss, wenn Du Dich nicht mit Deinem Arbeitgeber identifizierst?

unkultur: Erstens mal habe ich nicht gesagt, dass ich mich überhaupt nicht mit ihm identifiziere. Ich sage nur, dass eine gewisse Distanz wichtig ist. Zweitens: Loyalität und Verschwiegenheit gehören für mich zu der professionellen Einstellung, mit der ich mein Projekt betreue.

kultur pur: Weisst Du was? Du klingst richtig spiessig und roboterhaft.

unkultur: Ich weiss. unkultur ist uncool.

2008-08-06

„Er ist 25 Jahre alt!“ (Gutenachtgeschichten aus dem Kreis 4)

Von unkultur @ 00:20 [ Erdungsgarnitur ]
Mal sehen, vielleicht fallen mir in nächster Zeit noch weitere Gutenachtgeschichten aus dem Kreis 4 zu. Hier jedenfalls die erste, im Musical-Stil:

Eines der vielen aufs Trottoir verlagerten Cafés. Bevölkert von szenigen und weniger szenigen Leuten (=Chor). Davor gestrandet: Eine Reihe von Velos und eine Vespa. Vor diese Kulisse schiebt sich nun in gemessenem Tempo und mit dezent röhrendem Motor ein gehegter und gepflegter Oldtimer. Der stolze Fahrer: Ein mageres Bürschchen in Trainerjacke.

Der Oldtimer zwängt sich in die Parklücke direkt vor dem Café. Er bewegt sich langsam rückwärts auf die Vespa zu – schon scheint er das Schutzblech ihres Vorderrades einzudrücken – der Chor heult auf wie aus einem Mund – der Wagen stoppt abrupt – ruckelt etwas nach vorn – der Fahrer steigt aus. Der Chor verstummt.

Sekunden später treten drei massige Typen aus dem Café. Einer davon stützt sich nonchalant auf die Vespa: Er ist der Besitzer. Alle drei blicken in Richtung des Oldtimer-Fahrers. Der Chor raunt.

Dann ein Aufatmen: Der Vespa-Besitzer und seine Kollegen haben nur Augen für den Oldtimer und machen dem Fahrer Komplimente. Dieser erwidert: „Er ist 25 Jahre alt!“. Anerkennendes Nicken. Die drei schlendern davon, zum nächsten Café. Der Oldtimer-Fahrer neigt den Kopf leicht nach rechts, um unauffällig das Schutzblech der Vespa begutachten zu können.

Der ganze Chor – Weisswein-, Bier- und Latte Macchiato-Gläser vor sich – neigt den Kopf leicht nach rechts.

2008-08-04

Die schwere Entscheidung – pro oder contra Floss

Von unkultur @ 10:59 [ Dada (im Alltag) ]
Es wäre theoretisch eine schwere Entscheidung: pro oder contra „Das Floss“? Ich weiss, ich würde mich sehr viel beliebter machen, wenn ich pro wäre. Nur leider hat mir mein gestriger Ausflug zum Nachtmarkt die Entscheidung abgenommen: Ich bin contra.

1) der Lärmpegel war eindeutig zu hoch (ach, das war Musik? Sorry...)
2) ich wurde von schätzungsweise 300 Ellbogen, Schultern, Hüften, Hintern und weiteren nicht identifizierten Körperteilen angerempelt
3) es war heiss
4) es gab Mücken
5) es gab Haie (einen zumindest)

Ich weiss nicht, ob es überhaupt um das Angebot des Nachtmarkts ging, oder eher darum, Leute anzuschauen, einen coolen Auftritt zu haben – oder vielleicht war’s ganz einfach eine Art Sauna, und ich habe das Prinzip nicht begriffen?

Wie dem auch sei, die Szene-Polizei – Kong Kwest Kriäi Tiefs oder wer auch immer – wird mich bestimmt aufklären. (Sehr verdankenswert, dass sie rüpelhaften, stumpfsinnigen kleinen Bloggern auf die Sprünge helfen.)

2008-08-01

Das ist keine 1.August-Rede

Von unkultur @ 15:22 [ Standortvorteil ]
Ich weiss, dass es unter meinen Mitbloggern jetzt hip ist, 1.August-Reden auf ihren Blogs zu halten, aber ich tue das konsequenterweise nicht. Die Schweiz ist mir zwar als Land recht sympathisch, was ich bestimmt auch schon erwähnt habe, aber mit diesen komischen Nationalsymbolen, die man jeweils am 1. August und zu ähnlichen Gelegenheiten hervorholt, kann ich mich einfach nicht anfreunden.

Nicht, dass ich grundsätzlich etwas gegen Nationalsymbole hätte, im Gegenteil! Es gibt da zum Beispiel ein verkanntes Nationalsymbol, für das ich an dieser Stelle glatt ein flammendes Plädoyer halten würde, hätte ich mich nicht bereits gegen eine Rede entschieden. Verehrte YUSSP*, würde ich sagen, ich fordere mehr Anerkennung für den Gauch**! Der Gauch ist vielleicht ein unscheinbareres Tier als der stolze Adler oder der mächtige Bär, die wir so gern in unsere Wappen setzen – aber entspricht er unserem Nationalcharakter nicht viel eher? Etwas träge, kompakt und scheinbar stoisch, reagiert er lange nicht auf äussere Reize. Bis er unvermittelt mit einer unübersehbaren – im Fall des Gauchs korrekter unüberriechbaren – Attacke auf sich aufmerksam macht. Ja, ich fordere mehr Respekt für unsere Gäuche***!

Und das wäre erst der Anfang meiner denkwürdigen Ansprache. Aber wie gesagt, ich bleibe konsequent und verzichte.

Übrigens, ich mag den 1. August, weil das kulturelle Angebot abseits der unsäglichen Reden gar nicht übel ist. Z.B. „Motherland Calling from Fridji“ gleich um die Ecke (nix wie hin, hat schon angefangen!), oder, um die andere Ecke, Dee Day Dub von „Stadtsommer“ in der Bäcki (schon wieder mit Brandy Butler – ein Vergnügen, ihr zuzuhören!).


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*Young urban sexy Swiss people. Das weiss doch jeder...
**Offenbar bedeutet dieses Wort in Deutschland: Kuckuck (veraltet), Narr oder Geck, Spanische Fliege. Die Spanische Fliege kommt unserem schweizerischen Gauch, dem „Stinkkäfer“, am nächsten, sieht aber etwas anders aus.
***Gemäss Duden ist sowohl die Pluralform Gauche als auch das poetisch Gäuche zulässig.