Was haben Kulturschaffende bloss gegen das Internet?
| Von unkultur @ 10:12 | [ The Web ] |
Nicht, dass ich jetzt eine Antwort oder eine Lösung für das Problem hätte. Ich bin mir nur mal wieder (immer wieder) bewusst geworden, wie weit dieses schon fast verachtende Desinteresse, diese Ablehnung des Internets als ernstzunehmendes Medium in Kulturkreisen geht. Neulich schickte ich zum Beispiel einem Kunstschaffenden den Hinweis zur Onlineversion eines Artikels, mit der Bemerkung, dass er die gedruckte Version ja erst in ein paar Wochen erhalten würde. Ein Projekt von ihm wurde im Artikel lobend besprochen, und ich dachte, er möchte ihn so bald wie möglich sehen. Seine Antwort: „Herzlichen Dank – ich lese es dann gern, wenn die gedruckte Ausgabe herauskommt.“
Der häufigste Grund für die Ablehnung des Internets in der Kulturwelt ist: „Dafür habe ich keine Zeit.“ Selbstverständlich geht es bei dieser Aussage nicht um Zeit, sondern um Prioritäten. Das Internet ist irgendwo weit, weit unten auf der Prioritätenliste. Ich versuche niemanden mehr zu bekehren. Ich sage nur: Es ist schade. Schade für alle, die sich nicht rechtzeitig mit dem Medium vertraut machen – oder sich sogar einen Vorsprung erarbeiten im Umgang mit ihm –, auf das sie irgendwann angewiesen sein werden.
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