Warum ich manchmal – ganz selten – noch Fr. 60.- für ein Konzertticket ausgebe
| Von unkultur @ 23:55 | [ Musik ] |
Professionelle Musiker wissen, was sie ihrem treuen Publikum schulden. Nicht erstaunlich, dass dies meist auch diejenigen Musiker sind, deren Leistung und Ruhm über Jahrzehnte konstant bleibt. Wie heute die grossartige Jill Scott im Volkshaus. Es gab nachdenkliche, spielerische, auch überraschende Momente, aber keine Sekunde Zerstreutheit, Unentschlossenheit oder Nachlässigkeit. Sie war voll da und konzentrierte sich auf ihre Musik. Jill Scott schwingt sich spielend über die Grenzen von Stilrichtungen und Strömungen hinaus, auch wenn sie sehr wohl Elemente verwendet, die ihr gerade von Nutzen sind. Ja, die kluge Jill Scott macht Mainstream-taugliche Musik für Leute, die nicht ganz im Mainstream schwimmen wollen.
Auf der Bühne ist sie wie ein Fisch im Wasser. Wenn man dann auch noch ehrfürchtig direkt unter dieser Bühne steht, haben sich das lange Anstehen und das Geld gelohnt. Allerdings hat mich ihr neustes Album noch nicht ganz überzeugt. Es kann nicht ganz an die vorhergehenden zwei Alben anknüpfen. Oft greift sie Themen auf, die für ihre musikalische Sprache typisch sind, ohne ihnen aber einen neuen Twist zu verleihen. Die etwas versteckten, aber wertvollsten Diamanten in Jill Scotts funkelnder Sammlung aus mehr und weniger meisterhaften Werken werden übrigens immer ihre Spoken-Word-Stücke sein.










