Es versteht sich von selbst, dass meine Beobachtungen allein nicht repräsentativ sein können, aber ganz subjektiv aus
unkulturs Blickwinkel bietet sich folgendes Bild:
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Sehr viele Blogs, die von Frauen geführt werden, sind eine Art Online-Tagebücher. Viele davon sind mit Humor und Stil geschrieben; ich lese sie ab und zu, um mich zu entspannen und lache dabei manchmal herzhaft. Vielleicht ist das auch ihr Ziel. (Um ganz ehrlich zu sein, hat auch mein Blog an manchen Tagen diese Tendenz.)
Ich finde es allerdings schade, dass es nur so wenige Frauen gibt, die ihren Blog einem bestimmten Thema widmen, das bis zu einem gewissen Grad von ihren persönlichen Erlebnissen losgelöst ist. Selbstverständlich ist ein Blog persönlicher als beispielsweise journalistische Artikel es sind, aber trotzdem sollte sich ein Blog in meinen Augen von einem öffentlichen Seelenstriptease unterscheiden.
Umso mehr freue ich mich über die Ausnahmen: Da hätten wir beispielsweise „
Priska und die Politik“, eine junge Nationalratskandidatin (habe ihren Blog bis jetzt nicht gelesen; aber offensichtlich geht’s um Politik), dann natürlich die gute alte
PLAYLUST mit ihren kompromisslosen Street Style-Studien, und … dann fällt mir spontan grad niemand mehr ein, aber bestimmt tue ich jetzt einigen tollen Bloggerinnen Unrecht.
Woran das wohl liegen mag? Ist es immer noch so, dass Frauen tendenziell ihr Licht unter den Scheffel stellen und sich nicht trauen, sich als Expertin zu einem Thema zu äussern? Kann nicht sein! Ich kenne genügend selbstbewusste, wortgewandte Frauen, die in ihrem jeweiligen Fachgebiet sattelfest sind.
Ist Frauen am Internet generell der soziale Aspekt wichtiger als die Informations-
beschaffung? Das würde bedeuten, dass es in Foren mehr Frauen gäbe, dafür mehr Männer, die bloggen. Ich wünschte mir wirklich, es würde diese Unterschiede nicht geben, denn ich kann Geschlechts-Stereotypen nicht ausstehen.
Übrigens: Unter den Männern tritt dafür das Phänomen, dass sie irgendwelche News fast unkommentiert auf ihren Blog kopieren und der Welt verkünden, häufiger auf als unter Frauen. Ebenfalls nicht statistisch erwiesen, aber von
unkultur beobachtet.
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*Lange Disclaimers mag ich in der Regel nicht, aber hier kommt einer, um die Anzahl der empörten feministischen Kommentare vielleicht zu halbieren:
(1) Ich glaube
nicht, dass es im Denken und in den geistigen Fähigkeiten naturgegebene Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt – höchstens von der Gesellschaft „eingeimpfte“.
(2) Ich bin keine von den Frauen, die andere Frauen misstrauisch beäugen, ihnen ihren Erfolg missgönnen, Zickenkriege austragen. Im Gegenteil: Wenn ich mich beispielsweise bei den Wahlen zwischen einem männlichen und einem weiblichen Kandidaten entscheiden muss, und beide sind meines Wissens gleich qualifiziert und haben die „richtige“ Einstellung, dann wähle ich die Frau. - Ich wünschte mir deshalb, dass möglichst viele Bloggerinnen Erfolg hätten, respektiert und viel gelesen würden.
Nachtrag, 26.9.: Ich distanziere mich vom Blog-Eintrag auf
Die Blogdenunzianten, der sich auf den vorliegenden Eintrag von mir bezieht, sich aber im Ton gewaltig vergriffen hat.