2007-07-31

Für Wortklauber, Wortfanatiker und Wortfetischisten

Von unkultur @ 08:04 [ Literatur/Sprache ]
Für unsereins ist sie ein Muss: Die Wanderausstellung Alph@Parcours / Babylon der Stiftung Science et Cité, momentan
zu sehen im Winterthurer Lindengutpark. Die Ausstellung ist grafisch
gut gemacht. Inhaltlich sind viele Elemente amüsant, aber nicht unbedingt neu; trotzdem barg die Ausstellung einige Überraschungen
für mich. Die Erleuchtung allerdings blieb aus – sie ist wohl auch
nicht das Ziel der Ausstellungsmacher.



Bild gliehen von Science et Cité     

Gastbeitrag von einem kunstinteressierten Unbekannten

Von unkultur @ 07:48 [ Gastbeiträge ]
Im Rahmen der Sommerblogwichtel-Aktion des Blogs just-mine habe ich einen Gastbeitrag für einen anderen Blog geschrieben und nun auch von einem unbekannten Blogger einen Gastbeitrag für unkultur erhalten. Hier ist er:

Obwohl ich selbst weit davon entfernt bin, ein Kunstkenner zu sein und bloß davon träume, mich Künstler nennen zu dürfen, sprechen mich viele verschiedene Künste an, ob nun die Musik, Filme, Bildhauerei, Literatur oder die abbildende Kunst bzw. Malerei und Fotografie.
Ich fotografiere selbst gerne und zeige zumindest darin ein kleines Talent.
Hin und wieder nehme ich mir auch die Zeit und male, aber darin fehlt mir leider jegliches Talent. Obwohl ich ganze Bilder im Kopf habe, schaffe ich es nicht, sie auf Papier und Leinwand zu bringen.
Vieles, was heute als "Kunst" verkauft wird, stößt mich eher ab, weil ich mir denke: "Was ist daran das Kunstvolle?"
Was aber nicht bedeutet, daß mir keine moderne Kunst gefällt.
Wie schon eingangs erwähnt, bin ich kein Kenner oder gar Profi, aber ich weiß, was mich anspricht und was ein gewisses Können erfordert. So bin ich sehr empfänglich für die Sprache von Farben und Formen. Das ist auch das Gebiet, in dem ich mich weiterentwickeln möchte. Da ich es nicht vermag, die Natur abzubilden, muß ich mich auf Aussagen "beschränken".
Man kann nur mit Farbe und Formen so viel vermitteln!
Ich kann mich noch gut erinnern, daß ich mich vor ein paar Jahren in einem Möbelhaus in der Bilderabteilung umgesehen habe. Es waren dort schöne Gemälde zu sehen, Kaffeepflückerinnen bei der Arbeit, ein Gartenstilleben, ein Sonnenuntergang in der Wüste... Aber am meisten angesprochen und fasziniert hat mich ein Ölbild, das nur aus Rottönen und etwas Blattgold bestand. Ich stand ca 20 Minuten davor und sah es nur an, bevor ich wieder in die Wirklichkeit zurückfand. Eigentlich bestand es nur aus mehreren roten Vierecken und einem goldenen Quasdrat in der Mitte, aber das war so stimmig, so schön und warm, so harmonisch, ich bedaure noch heute, daß ich nicht die finanziellen Mittel hatte, es zu erwerben.

Leider fehlt mir in Sachen Malerei noch viel Wissen, obwohl ich mir eingutes Buch darüber gekauft habe. Nur leider bin ich aus Zeitmangel immer noch bei der Einführung über die Techniken und Grundsätze der Malerei, und noch nicht bei den diversen Epochen und Künstlern angelangt. Ich bin quasi noch auf Entdeckungsreise und finde immer wieder Künstler, deren Werke mich ansprechen.
Ich mag zwar die Werke mehrerer klassischer Künstler, wie Rembrandt, Monet, van Gogh, Picasso und vor allem Klimt, aber ich entdecke immer wieder, daß es da ja noch so viel mehr gibt. Und auch so viel Zeitgenössisches, das meinem Empfinden nach gut ist.
Ich gehe niemals an Bildern achtlos vorüber, egal, ob nun Foto oder Gemälde, an jedem bleibe ich stehen, sehe es an, lasse es auf mich wirken, entscheide, ob und warum es mir gefällt oder nicht. Auch wenn ich von manchen dafür belächelt werde.

Einer meiner zeitgenössischen Lieblingskünstler ist, wenn leider auch schon sehr medial ausgelutscht, Thomas Kinkade. Eigentlich lehne ich ziemlich vieles ab, das weithin bekannt ist und kommerziell ausgeschlachtet wird, aber dem Zauber der Bilder des "Painter of Light" kann ich mich nicht entziehen. Ich habe das Werk einer seiner Schüler in meinem Eßzimmer hängen (ebay macht´s möglich, ;-)).


Eine andere Künstlerin, deren Bilder mich größtenteils ansprechen, obwohl ihre Welt eine ganz andere ist als meine, ist Elisandra. Sie verkauft ihre Werke auch als Poster.

Über Postcrossing kennenlernen durfte ich auch Petra Tragauer, die mich immer wieder durch ihr Können verblüfft.

Bild "la gironde" geliehen von Elisandra
Und meine Entdeckungsreise geht weiter...

Zu den genannten Künstlern kann unkultur nur sagen: de gustibus non est disputandum...

2007-07-29

Fragwürdige Filmwahl im Xenix Open-Air-Kino

Von unkultur @ 10:59 [ Erdungsgarnitur ]
Wenn man sich als Kreis 4-Bewohnerin abends nicht besonders unternehmungslustig fühlt, bewegt man sich oft zwischen den Ruhepolen Xenix – Sportbar – Bäcki – Casablanca. Der Letten ist ja schön, aber so weit weg halt…

Wie praktisch, dass es gestern gleich eine Open-Air-Filmvorführung im Xenix gab: Unter dem Motto „Ab ans Mittelmeer!“ war Jean-Luc Godards „Pierrot Le Fou“ mit Jean-Paul Belmondo und Anna Karina angesagt. Die Beschreibung klang sehr vielversprechend; zudem wurde der Film in diversen Zeitungen und Veranstaltungskalendern angepriesen.


Bild geliehen von der Website vom Xenix

Ich habe es zwar nur bis zur Hälfte ausgehalten, aber ich kann Folgendes berichten: Wäre die schauspielerische Leistung nicht so zum Heulen, wäre der Film mit seinen vielen absurden Momenten zum Brüllen komisch. Die philosophischen Anwandlungen des Hauptdarstellers werden von einem solch debilen Gesichtsausdruck untermalt, dass sie nichtssagend wirken.

Der Aufführung glücklich entronnen, sank ich einige Carajillos später in den Schlaf des Gerechten und hörte unablässig den klagenden Singsang der Marianne: „Je ne sais pas quoi faire… Qu’est-ce que je vais faire? Je ne sais pas quoi faire… Qu’est-ce que je vais faire? …..”

Da haben wir einfach Pech gehabt. In den nächsten Tagen laufen gleich mehrere gute Filme, beisplielsweise “Marius et Jeannette” von Robert Guédiguian.

2007-07-28

Die Serie um die Künstler-Websites ist ins Stocken geraten

Von unkultur @ 13:02 [ Künstler-Websites ]
… denn es ist nicht so einfach, gute Künstler-Websites zu finden. Ich bin froh um Tipps von der Leserschaft!

Beispiele, wie Websites von Künstlern nicht aussehen sollten, findet man traurigerweise zuhauf auf swissart.net.

Auch bei Plattformen wie artspan ist nicht viel Spannendes zu entdecken. Wenigstens bietet artspan den Künstlern für die Erstellung ihres Profils ein vorgegebenes Seitenlayout, das demjenigen von Blogspot ähnlich sieht. Dort kann man nicht allzu viel falsch machen; die Seiten, die so erstellt wurden, sind meist akzeptabel, wenn auch langweilig.

Neulich bin ich übrigens auf eine Website über Yoko Ono gestossen, die mir sehr gefällt. Ich kann sie allerdings nicht in meine Serie aufnehmen, denn erstens ist es eine unautorisierte Website, und zweitens möchte ich nicht über Künstler mit Weltstar-Status schreiben. Nur soviel: Die Biographie ist sorgfältig und unparteiisch verfasst; das Design der Site ist schlicht und stilvoll. Die Fülle an Informationen überwältigt einen – aber bei einer Künstlerin mit einem solch grossen Lebenswerk ist die Fülle wohl unausweichlich.


2007-07-27

Spontane Spoetry (inspiriert vom Alpha-Blog)

Von unkultur @ 22:47 [ Dada (im Alltag) ]
God does not ask about our ability, but our availability. She sucks and... fucks! Doing common things uncommonly well… Enlargement and slow motion begin to reveal aspects and images.

The creative process is centered in the mind of the artist. Experience is a revelation in the light of which we renounce our errors of youth for those of age.

I'm sure this sense of isolation is not my very own domain: Once something becomes discernible, or understandable, we no longer need to repeat it. We can destroy it. The Chaos Theory is an assumption that gained access to a seemingly endless supply of information.



Alle Textstücke stammen aus Spam-Mails, die ich heute zwischen 17.58 und 19.58 erhalten habe. Ich habe sie absichtlich nicht in einzelne Wörter zerlegt, sondern Teilsätze und Wortgruppen als Ganzes verwendet, damit die dadaistische Qualität und die Cut-up-Charakteristik nicht verloren gehen.


> Die Spoetry-Inspirationsquelle

2007-07-25

Websites von Künstlern – Angie Seah

Von unkultur @ 08:19 [ Künstler-Websites ]
Aufforderung zum lustvollen, unkoordinierten Stöbern

Fast in allem das Gegenteil der Website von Marisol Rendón ist die Website der Zeichnerin und Performerin Angie Seah aus Singapore, die ich heute vorstelle. Auf ihre ganz eigene Art spricht sie mich genauso an.


Zeichnungen aus dem Jahr 2007, geliehen von Angie Seahs Website

Während jene auf elegantem Schwarz basiert, enthält diese hauptsächlich Weissräume.

Während jene unprätentiös-raffiniert ist, ist diese schlicht.

Wo jene aber streng ist, fällt diese durch ihre Verspieltheit auf. (Schaut Euch beispielsweise mal das Video „finger linger“ an.)

Jene untermalt ihre Installationen mit der Stimme aus dem Off; diese vermittelt uns ihre Bilder durch gekritzelte handschriftliche Legenden.

Jene wurde mit aufwändigem Flash programmiert; diese verwendet ein simples kostenloses CMS.

Jene achtet auf Übersichtlichkeit im Text; diese erlaubt sich auch mal, uns mit Texten und Bildern zu überschwemmen. Sie fordert uns durch ihre Struktur gewissermassen zum unkoordinierten Stöbern und Entdecken auf.

Die grösste Stärke von Angie Seahs Website ist zugleich ihr einziger Schwachpunkt: die Benutzerführung. In der Navigation sollte man die langen aufklappenden Submenüs wieder zuklappen können. Und die „Next“-Links zuunterst auf jeder Seite, die uns von Seite zu Seite springen lassen, verwirren mich eher, als dass sie mir einen Nutzen bieten: Ich bin mir nicht sicher, ob sie evtl. zu Seiten führen, die via Navigation nicht erreichbar sind.

„a crazy woman in the normal world“ – diese Worte stehen irgendwo auf der Website. Es ist die Art von Verrücktheit, die uns gut tut.

2007-07-24

Websites von Künstlern – Marisol Rendón

Von unkultur @ 20:50 [ Künstler-Websites ]
In einem Anfall von Selbstreflexion bin ich zum Schluss gekommen, dass unkultur in letzter Zeit etwas viel kritisierte, nörgelte und immer auf das Negative fokussierte.

Deshalb habe ich mich heute entschlossen, die zahlreichen suboptimalen Künstler-Sites im Web unerwähnt zu lassen und stattdessen unter den vielen gut gemachten Websites ein besonders schönes Beispiel herauszupicken:

Es ist die Website von Marisol Rendón, einer jungen, aber bereits anerkannten kolumbianischen Installationskünstlerin.



Marisol Rendón: Paisaje. 2000. Fotoimpresión digital sobre papel.

Die Website hat etwas sehr Pures und Minimalistisches: Sie führt ausschliesslich das Notwendige und Gewünschte auf (eine seltene Qualität bei Websites!). Die Navigation ist einfach und benutzerfreundlich. Einzig auf die permanenten lauten Klickgeräusche – eine überflüssige Flash-Spielerei – würden wir gerne verzichten. Die Bildqualität ist nicht perfekt, doch die Fotos vermitteln einen übersichtlichen Einblick in ihr Werk.

Bei modernen Installationen ist es oft hilfreich zu erfahren, was sich der Künstler dabei gedacht hat. Marisol Rendón erzählt uns bei jeder Installation die entsprechende Hintergrundgeschichte. Ihre sanfte, kühle Stimme mit dem markanten Akzent aus dem Off passt zum visuellen Eindruck der Installationen, so wie sich auch ihr künstlerisches Statement und ihre Biographie mühelos in den Gesamteindruck der Website einfügen.

Zu sehen sind ihre Installationen übrigens ab 9. August in der Galerie b-146 im Hürlimann-Areal.


Dies könnte der Anfang einer kleinen Serie sein, in der ich weitere Websites von Künstlern vorstelle.

2007-07-23

unkultur zu verkaufen

Von unkultur @ 21:53 [ Dada (im Alltag) ]
Zugegeben, ich habe diesen Einfall von Mariechen abgekupfert. Aber ich konnte dem Drang nicht widerstehen, ebenfalls dieses Bildchen in meinen Blog zu stellen:


My blog is worth $11,855.34.
How much is your blog worth?


Ich könnte etwas Taschengeld gebrauchen - möchte jemand meinen Blog kaufen? Je nach Originalität des Angebots gewähre ich vielleicht einen Rabatt von 10%.


Nachtrag: Am 13. August, dem Tag des 6-monatigen Jubiläums von unkultur, ist der Wert bereits auf 13'548 $ gestiegen.

2007-07-22

Mode – vor Anker liegend

Von unkultur @ 16:31 [ Erdungsgarnitur ]
Hat mir gefallen: Heute am Schaufenster von Mango an der Bahnhofstrasse vorbeigerattert – war leider zuwenig geistesgegenwärtig für einen Schnappschuss. Im Fenster die übliche Schaufensterpuppe, modisch gekleidet, mit einer dieser Plastikkugel-Ketten um den Hals. Nur nahmen diese Plastikkugeln gegen unten immer grössere, fast monströse Ausmasse an; vor der Puppe auf dem Boden lag schliesslich das Mittelstück der Kette von der Grösse eines (massiven) Gymnastikballs.

Da steht eine Frau, von der Mode zur Bewegungslosigkeit verdammt.

2007-07-21

unkultur verweigert sich

Von unkultur @ 13:09 [ In eigener Sache ]
Nein, ich habe noch nie ein Harry Potter-Buch gelesen, und ich werde auch nie eins lesen. Besonders jetzt nicht.

Ich sehe mir keine Harry Potter-Filme an.

Ich habe „Titanic“ nicht gesehen.

Ich würde unter keinen Umständen Bücher wie „Die weisse Massai“ lesen.

Ich lese keine News über Paris Hilton & Co.

Ich höre kein Radio (ausser Nur-Musik-Onlineradios).

Ich besitze keinen Fernseher und habe auch nicht vor, in naher Zukunft einen zu besitzen.

Ich lese den Blick nicht.

Ich gehe nicht in die angesagten Clubs in Zürich.

Ich reise nicht nach Cuba.

Ich verweigere mich.

Das musste ich jetzt mal loswerden.

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